Spiel mit dem Feuer (Teil I)
Sie zuckt zusammen, als die Türglocke jäh die Stille mit ihrem schrillen Ton durchbricht. Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigt ihr, daß er auf die Minute pünktlich ist. Tief atmet sie durch; will sie es wirklich? Sie entscheidet sich dafür, nicht weiter über die Folgen nachzudenken, sondern einfach alles auf sich zukommen zu lassen, öffnet ihm die Tür und bittet ihn herein.Nachdem sie ihn und sich mit Getränken versorgt hat, lässt sie sich ihm gegenüber auf der Couch nieder. Im Gegensatz zu ihren sonstigen Begegnungen ist sie sehr zurückhaltend, normalerweise pflegt sie mit ihm hemmungslos zu flirten, ein Spiel, das sie bereits seit Monaten betreiben, ungefährlich, wie ihr schien, ein Spiel mit dem Feuer, bei dem sie sich niemals verbrennen würde, dachte sie. Doch im Laufe dieses Tages waren beide den Flammen immer näher gekommen und es würde nicht mehr lange dauern, bis sie lichterloh brennen würden, wenn nicht einer von ihnen die Notbremse ziehen würde.
Um die Hitze etwas zu reduzieren, unterhalten sie sich betont zwanglos über die Arbeit, die einzige Gemeinsamkeit, die sie bisher verbindet. Doch sie kann nicht verhindern, daß sie ihn länger als sonst anschaut und ihre Gedanken schweifen ab: Verdammt, wie konnte es so weit kommen? Er ist verheiratet, hat ein Kind, ist überhaupt nicht ihr Typ und was noch viel schlimmer ist, er ist ihr direkter Vorgesetzter. Trotz ihrer Zweifel sprühen die Funken zwischen ihnen, das gewohnte "Sie", welches sie als Anrede benutzen, schafft einen letzten Rest von Distanz.
Diese Distanz schrumpft jedoch merklich zusammen, als er plötzlich mit der Hand auf den freien Platz neben sich klopft und sagt "Setzen Sie sich doch zu mir, Sie sind viel zu weit weg."
... to be continued ...
sweetpearl - 20. Feb, 19:53
Lustvoll
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